UMFRAGE: Über 2000 Verbraucher wurden befragt!

Im Zeitraum 2010 bis 2019 haben 2364 Teilnehmer an der Umfrage der Technischen Universität Chemnitz teilgenommen. Die Diskussion ist durch den Nutri-Score nach wie vor inhaltlich aktuell, denn auch der Nutri-Score bringt keine transparente Aufklärung über die Nährwerte, sondern ist eine aufgesetze Bewertung ohne wissenschaftliche Prüfung.

Um sich mit dem Thema grundlegend zu beschäftigend, wurde ein kleines Video erstellt. Viele Inhalte sind nach wie vor aktuell:

Die wissenschaftliche Auswertung wurde von der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften der Universität Chemnitz betreut:

TU Chemnitz Auswertung: Ergebnisse (Juni 2010) von 1080 Teilnehmern sCALe eindeutig bevorzugt vor GDA

Es wurde in dieser Umfrage über 2 Modelle abgestimmt:
Die GDA heißt Guideline Daily Amounts und ist bereits auf vielen Verpackungen zu sehen, da sie von der Lebensmittelindustrie entwickelt worden ist. Die sCALe wurde von Experten der Gesundheitsberatung, der AG Wissenschafft (unabhängige Arbeitsgemeinschaft), zum besseren Verständnis der Inhalte von Lebensmitteln für die Verbraucher entwickelt.

Auf der linken Seite der beiden Abbildungen sind jeweils die Kennzeichnungen der „Schauseiten“, also auf den Vorderseiten der Lebensmittelverpackungen abgebildet. Auf den rechten Seiten sind die dazu gehörigen, ausführlicheren Darstellungen der Rückseiten abgebildet:

Der gleiche Schokoladenkuchen mittels sCALe dargestellt:


Verbraucher aus der EU waren aufgefordert Ihr Wissen zu der Entwicklung einer Kennzeichnung von Lebensmitteln beizutragen und ihre Forderungen an eine Kennzeichnung zu stellen.

Forderungen der Verbraucher (Ihre gesammelten Anregungen). Aus Befragungen der letzten Zeit können wir bislang folgende Forderungen zusammenstellen:

  • Kennzeichnung muss von möglichst allen Verbrauchern (auch Kindern und Menschen mit geringer Ausbildung) verstanden werden.
  • Die Kennzeichnung muss auf einen Blick erkennbar sein, muss zu verstehen sein und darf keine Fragen offen lassen.
  • Kennzeichnung muss neutral sein, wissenschaftlich fundiert und darf keine bevormundende Bewertung vornehmen.
  • Kennzeichnung muss eingebettet sein in ein für Alle verständliches Aufklärungsangebot (über Medien, Schulen, Broschüren, Gesundheitsdienstleister)
  • Kennzeichnung ist die Basis der Ernährungsaufklärung
  • Auch lose Ware (Bäckerei, Metzgerei, Käsetheke, Markt…) kann gekennzeichnet werden.
  • Auch alkoholische Getränke sollen gekennzeichnet werden. Kennzeichnung findet sich nicht nur auf Produkt-verpackungen, sondern alle ernährungsrelevanten Daten der Lebensmittel sollen in Form einer öffentlich zugänglichen Datenbasis zur Verfügung gestellt werden
  • Kennzeichnung kann auch in der Gemeinschaftsverpflegung (Schulessen, Mensa, Kantine, Restaurant…) umgesetzt werden

Die Diskussionen auf EU-und Bundes- und Länderebene über die Nährwertkennzeichnung bzw. die Kennzeichnung von Lebensmitteln insgesamt sind zunächst mit der für alle EU-Staaten verbindlichen Entscheidung des EU-Parlamentes am 6. Juli 2011 beendet:

Das EU-Parlament hat sich für eine „GDA“ entschieden!

Es werden selbst aus den kompetenten Arbeitsgruppen in der EU Stimmen laut, die sagen, dass diese für die Gesundheitsaufklärung der Verbraucher Basis legende Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden sollte, weil bislang keine Experten zu Rate gezogen und die bestehenden und neuen Konzepte noch nicht in der Anwendung getestet und wissenschaftlich ausgewertet worden sind.

Da die Umsetzung einer Lebensmittelkennzeichnung mit der Umetikettierung und Neugestaltung von tausenden von Lebensmittelverpackungen verbunden ist, sind die Kosten für eine Kennzeichnung im Milliardenbereich anzusiedeln. Diese Kosten werden zuletzt über die entsprechend angepassten Preise vom Verbraucher selber getragen werden. Es ist daher nur konsequent, dass die Verbraucher sich für eine sinnvolle Kennzeichnung engagieren.

Dies ist bislang nicht in ausreichender Form geschehen. Viel zu früh und ohne Alternativen zu entwickeln haben sich die Verbraucherverbände und andere Initiativen für eine „Ampelkennzeichnung“ stark gemacht. Die Big-Player der Industrie haben ihrerseits – quasi präventiv – eine neue Kennzeichnung entwickelt, die bereits auf den Verpackungen umgesetzt wird. Aber auch diese Konzepte einer Kennzeichnung sind wissenschaftlich nicht hinreichend geprüft. Vor allem wurden bislang keine wissenschaftlich und methodisch fundierten Konzepte im Vergleich von Verbrauchern getestet.

Die Bundesregierung aus Union und FDP hat sich allerdings schon in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, die alternativ diskutierte Ampel für Lebensmittel nicht einzuführen. Die SPD und auch die Grünen und Linken haben sich jedoch für die Ampel stark gemacht.

Diese Positionen sind jedoch nur eingenommen worden, weil man kein weiteres Modell der Kennzeichnung, wie etwa die sCALe kannte. Daher ist es weiterhin, ein alternatives, aus Verbrauchersicht zu befürwortendes Modell zu forcieren, damit es nicht bei einer allein von der Lebensmittelindustrie vorangetriebenen Minimallösung bleibt. Gemeinsame Aufgabe muss es jetzt sein, ein aus ernährungswissenschaftlicher Sicht konzipiertes Alternativmodell alsbald in die Diskussion zu bringen. Dafür ist die Unterstützung aller Verbraucher unerlässlich.

Hierfür stellt die freie Arbeitsgemeinschaft AG Wissenschafft mit Unterstützung der EgoFit Gesundheitsberatung sein sCALe Konzept zur Diskussion. Im Fokus steht die Stärkung der Kompetenz und Motivation der Verbraucher für eine eigenverantwortliche Lebensmittelauswahl und ergänzende Aufklärung zum Verständnis sowie eine effektive Auseinandersetzung mit Fragen zur Gesamternährung.

Das EgoFit Konzept setzt, unter anderem den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung folgend dort an, wo ernährungswissenschaftlich fundiert, Verbraucher eine transparente Bezugsgröße brauchen. Diese Bezugsgröße visualisiert die Energiedichte als Maß für den Kaloriengehalt eines Lebensmittels und zugleich den individuellen Nährwertbedarf und hilft so, das Essverhalten im Sinne einer gesunden Energiebilanz entsprechend des individuellen Tagesbedarfs zu optimieren.

Die Verbraucher möchten eine ungetrübte Aufklärung, um eine gesundheitsorientierte, kompetente Entscheidung in Eigenverantwortung treffen zu können. Der Nutri-Score ist dabei nur wenig hilfreich!